Die Theatralität von Proteststrategien und die Protestaktion als Aufführung am Beispiel der globalisierungskritischen Bewegung

Nonfiction, Entertainment, Theatre, Performing Arts
Cover of the book Die Theatralität von Proteststrategien und die Protestaktion als Aufführung am Beispiel der globalisierungskritischen Bewegung by Jan Buck, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Jan Buck ISBN: 9783638875578
Publisher: GRIN Verlag Publication: December 12, 2007
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Jan Buck
ISBN: 9783638875578
Publisher: GRIN Verlag
Publication: December 12, 2007
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Theaterwissenschaft, Tanz, Note: 1,0, Justus-Liebig-Universität Gießen, Veranstaltung: Stadträume - Kunsträume, 29 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Erika Fischer-Lichte definiert die Aufführung als ein Ereignis, das in der und durch die leibliche Ko-Präsenz von 'Handelnden' und 'Zuschauenden' zustande kommt. Akteure und Zuschauer konfrontieren sich miteinander und interagieren, wobei die Zugehörigkeit der einzelnen Personen zu den beiden Gruppen während der Aufführung wechseln kann. Der theatrale Charakter von Demonstrationen und politischen Protestaktionen im Sinne einer nach außen gewandten Vorführung wurde bereits eingehend untersucht. Daher erscheint es vielversprechend, Protestbewegungen und -aktionen auf ihren Aufführungscharakter hin zu betrachten, besonders als Wechselspiel zwischen köperlich anwesenden Personengruppen. Denn Aktivisten sind nicht die einzigen Hadelnden in einer Protestsituation. Dazu muss zunächst einmal die Frage geklärt werden, welche Gruppen von Personen in einer Protestsituation aktiv teilnehmen und wie die Rollen von Akteuren und Zschauern verteilt sind. Fischer-Lichte unterscheidet genau zwischen dem Begriff der Aufführung und dem der Inszenierung. Für die Aufführungen von Protest und der Reaktion auf Protest spielen Inszenierungsstrategien - also eine gewisse Planung der Vorgehensweisen - eine wichtige Rolle. Interessanterweise versucht diese Planung auch Einfluss darauf zu nehmen, wann verschiedene Personengruppen die Rollen von Akteuren oder Zuschauern annehmen. Es soll also untersucht werden, welche Inszenierungsstrategien die verschiedenen Personengruppen erschaffen und was die Qualität ihrer Theatralität ausmacht. Ebenso eng verbunden mit dem Begriff der Aufführung sieht Fischer-Lichte die Rolle von Körperlichkeit und Wahrnehmung. Die Bedeutung beider wird auch bei nur oberflächlicher Betrachtung von Protestaktionen sofort ersichtlich. Körperliche Anwesenheit und der Einsatz der eigenen Körperlichkeit ist auch nach dem Bedeutungsverlust von Massendemonstrationen mit dem Konzept der 'Direkten Aktion' ein zentrales Element zeitgenössischen Protests. Als besonders geeignet für die Untersuchung des Aufführungscharakters von Protestaktionen bietet sich die globalisierungskritische Protestbewegung an. In ihr finden sich eine in der Vergangenheit unerreichte breite Vielfalt von Motivationen und Aktionsformen, ein offensiver Gebrauch von Körperlichkeit, ein extrem hochentwickelter Umgang mit Wahrnehmungsformen und aufsehenerregende Protest-Spektakel wie die WTO-Proteste 1999 in Seattle.

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Theaterwissenschaft, Tanz, Note: 1,0, Justus-Liebig-Universität Gießen, Veranstaltung: Stadträume - Kunsträume, 29 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Erika Fischer-Lichte definiert die Aufführung als ein Ereignis, das in der und durch die leibliche Ko-Präsenz von 'Handelnden' und 'Zuschauenden' zustande kommt. Akteure und Zuschauer konfrontieren sich miteinander und interagieren, wobei die Zugehörigkeit der einzelnen Personen zu den beiden Gruppen während der Aufführung wechseln kann. Der theatrale Charakter von Demonstrationen und politischen Protestaktionen im Sinne einer nach außen gewandten Vorführung wurde bereits eingehend untersucht. Daher erscheint es vielversprechend, Protestbewegungen und -aktionen auf ihren Aufführungscharakter hin zu betrachten, besonders als Wechselspiel zwischen köperlich anwesenden Personengruppen. Denn Aktivisten sind nicht die einzigen Hadelnden in einer Protestsituation. Dazu muss zunächst einmal die Frage geklärt werden, welche Gruppen von Personen in einer Protestsituation aktiv teilnehmen und wie die Rollen von Akteuren und Zschauern verteilt sind. Fischer-Lichte unterscheidet genau zwischen dem Begriff der Aufführung und dem der Inszenierung. Für die Aufführungen von Protest und der Reaktion auf Protest spielen Inszenierungsstrategien - also eine gewisse Planung der Vorgehensweisen - eine wichtige Rolle. Interessanterweise versucht diese Planung auch Einfluss darauf zu nehmen, wann verschiedene Personengruppen die Rollen von Akteuren oder Zuschauern annehmen. Es soll also untersucht werden, welche Inszenierungsstrategien die verschiedenen Personengruppen erschaffen und was die Qualität ihrer Theatralität ausmacht. Ebenso eng verbunden mit dem Begriff der Aufführung sieht Fischer-Lichte die Rolle von Körperlichkeit und Wahrnehmung. Die Bedeutung beider wird auch bei nur oberflächlicher Betrachtung von Protestaktionen sofort ersichtlich. Körperliche Anwesenheit und der Einsatz der eigenen Körperlichkeit ist auch nach dem Bedeutungsverlust von Massendemonstrationen mit dem Konzept der 'Direkten Aktion' ein zentrales Element zeitgenössischen Protests. Als besonders geeignet für die Untersuchung des Aufführungscharakters von Protestaktionen bietet sich die globalisierungskritische Protestbewegung an. In ihr finden sich eine in der Vergangenheit unerreichte breite Vielfalt von Motivationen und Aktionsformen, ein offensiver Gebrauch von Körperlichkeit, ein extrem hochentwickelter Umgang mit Wahrnehmungsformen und aufsehenerregende Protest-Spektakel wie die WTO-Proteste 1999 in Seattle.

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Juden in Deutschland nach 1945 by Jan Buck
Cover of the book Praktikumsbericht über die Auslands- und Fachvermittlung by Jan Buck
Cover of the book Das deutsche Bildungssystem im Vergleich der Bundesländer und im internationalen Vergleich by Jan Buck
Cover of the book Gleichgeschlechtliche Bindung by Jan Buck
Cover of the book Politik in Soapoperas by Jan Buck
Cover of the book Interkulturelle Kompetenz in der Wirtschaft. Landestypische Verhaltensstandards und Kommunikationsweisen in Indonesien by Jan Buck
Cover of the book Trainingsplanung für ein Krafttraining by Jan Buck
Cover of the book Leistungsbeurteilung by Jan Buck
Cover of the book Die Lernende betriebliche Organisation by Jan Buck
Cover of the book Die OSZE und das Internet by Jan Buck
Cover of the book Bildungsexpansion und Bildungsungleichheit. Zwischen Fahrstuhleffekt und Nivellierung by Jan Buck
Cover of the book Armut in Deutschland by Jan Buck
Cover of the book Solidarität im Bundesstaat by Jan Buck
Cover of the book Passt die Wissensgesellschaft zur Bundesrepublik Deutschland? by Jan Buck
Cover of the book Die verjüngten Alten - Entstehung, Bedürfnisse, Aktivitäten einer neuen Gesellschaftsgruppe by Jan Buck
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy