Soziobiologie - ein ideologisches Fundament?

Nonfiction, Reference & Language, Law, Criminal law
Cover of the book Soziobiologie - ein ideologisches Fundament? by Stefan Proksch, GRIN Verlag
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Author: Stefan Proksch ISBN: 9783638195553
Publisher: GRIN Verlag Publication: January 1, 2003
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Stefan Proksch
ISBN: 9783638195553
Publisher: GRIN Verlag
Publication: January 1, 2003
Imprint: GRIN Verlag
Language: German
Rechtsextremistische Ideologien scheinen aus den Köpfen der Menschen nicht zu vertreiben zu sein. Halbwahrheiten dienen als Bezugspunkt, um die abwegigsten Gedankengänge zu begründen, ja sogar wissenschaftlich beweisen zu wollen. »Ideologien beruhen nämlich oft auf einer realisti- schen Interpretation von Interpretationen oder Erklärungen, die ihrerseits eine gewisse Distanz zur Realität wahren [... und] sich oft auf eine wissen- schaftliche Argumentation stützen«. (Boudon 1988: 17) Als Fundament rechts-, teilweise auch linksextremer Ideologien hat sich dabei der Sozialdarwinismus erwiesen. »Die zentralen Elemente des So- zialdarwinismus: 'Kampf ums Dasein' als Grundbedingung auch der menschlichen Existenz, Unterordnung ('Gefolgschaft') unter den Stärke- ren (den 'Führer') als vermeintliche Notwendigkeit in diesem Kampf, Soli- darität mit der imaginierten Verwandtschaft ('Volk' oder 'Rasse') scheinen in Teilen der Gesellschaft wieder einmal Glauben zu finden.« (Eckert 2001) Dies liegt nicht zuletzt daran, daß die Soziobiologie, die auf den gleichen Prämissen begründet ist, wie der Sozialdarwinismus, immer stär- ker (in den Medien) vertreten ist. Werden die Gründe für Fremdenfeind- lichkeit thematisiert, so »werden dann auch gerne soziobiologische 'Er- kenntnisse' vorgetragen, mit denen die Argumentation ihre wissenschaftli- chen Weihen erhalten soll. Wichtig an solchen soziobiologischen Ausfüh- rungen ist, daß sie sich durchaus an den 'normalen' Medien-Diskurs an- schließen lassen«. (Jäger/Jäger 1999) Rechtsextremistische Ideologien betonen dabei scheinbar biologische Tatsachen wie das natürliche 'Recht des Stärkeren', die Behauptung 'na- türlicher' Hierarchien und die Unterscheidung von 'lebenswertem und le- bensunwertem Leben', wenn fremdenfeindliches Verhalten gerechtfertigt werden soll - denn man kann ja auch »nicht bestreiten, daß eine grund- sätzliche Skepsis allem in irgendeiner Form Fremdartigen oder fremdartig Anmutenden gegenüber beim Menschen vorliegt und daß diese Skepsis durchaus auf lebenserhaltende Funktionen zurückgeführt werden kann.« (Wuketits 1990: 73) Dennoch muß sich die Soziobiologie dann der Kritik stellen, ein ideologisches Fundament, wenn auch nur in Ansätzen und Teilaspekten, zu begründen. [...]
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Rechtsextremistische Ideologien scheinen aus den Köpfen der Menschen nicht zu vertreiben zu sein. Halbwahrheiten dienen als Bezugspunkt, um die abwegigsten Gedankengänge zu begründen, ja sogar wissenschaftlich beweisen zu wollen. »Ideologien beruhen nämlich oft auf einer realisti- schen Interpretation von Interpretationen oder Erklärungen, die ihrerseits eine gewisse Distanz zur Realität wahren [... und] sich oft auf eine wissen- schaftliche Argumentation stützen«. (Boudon 1988: 17) Als Fundament rechts-, teilweise auch linksextremer Ideologien hat sich dabei der Sozialdarwinismus erwiesen. »Die zentralen Elemente des So- zialdarwinismus: 'Kampf ums Dasein' als Grundbedingung auch der menschlichen Existenz, Unterordnung ('Gefolgschaft') unter den Stärke- ren (den 'Führer') als vermeintliche Notwendigkeit in diesem Kampf, Soli- darität mit der imaginierten Verwandtschaft ('Volk' oder 'Rasse') scheinen in Teilen der Gesellschaft wieder einmal Glauben zu finden.« (Eckert 2001) Dies liegt nicht zuletzt daran, daß die Soziobiologie, die auf den gleichen Prämissen begründet ist, wie der Sozialdarwinismus, immer stär- ker (in den Medien) vertreten ist. Werden die Gründe für Fremdenfeind- lichkeit thematisiert, so »werden dann auch gerne soziobiologische 'Er- kenntnisse' vorgetragen, mit denen die Argumentation ihre wissenschaftli- chen Weihen erhalten soll. Wichtig an solchen soziobiologischen Ausfüh- rungen ist, daß sie sich durchaus an den 'normalen' Medien-Diskurs an- schließen lassen«. (Jäger/Jäger 1999) Rechtsextremistische Ideologien betonen dabei scheinbar biologische Tatsachen wie das natürliche 'Recht des Stärkeren', die Behauptung 'na- türlicher' Hierarchien und die Unterscheidung von 'lebenswertem und le- bensunwertem Leben', wenn fremdenfeindliches Verhalten gerechtfertigt werden soll - denn man kann ja auch »nicht bestreiten, daß eine grund- sätzliche Skepsis allem in irgendeiner Form Fremdartigen oder fremdartig Anmutenden gegenüber beim Menschen vorliegt und daß diese Skepsis durchaus auf lebenserhaltende Funktionen zurückgeführt werden kann.« (Wuketits 1990: 73) Dennoch muß sich die Soziobiologie dann der Kritik stellen, ein ideologisches Fundament, wenn auch nur in Ansätzen und Teilaspekten, zu begründen. [...]

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