Eine Form sozialer Gerechtigkeit: Gerechtigkeit als Fairness (John Rawls: A Theory of Justice)

Nonfiction, Religion & Spirituality, Theology
Cover of the book Eine Form sozialer Gerechtigkeit: Gerechtigkeit als Fairness (John Rawls: A Theory of Justice) by Stefan Roßteuscher, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Stefan Roßteuscher ISBN: 9783638124867
Publisher: GRIN Verlag Publication: May 3, 2002
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Stefan Roßteuscher
ISBN: 9783638124867
Publisher: GRIN Verlag
Publication: May 3, 2002
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Theologie - Systematische Theologie, Note: zwei, Ludwig-Maximilians-Universität München (Katholisch-Theologische Fakultät / Lehrstuhl für Christliche Sozialethik), Veranstaltung: Solidarität in der modernen Gesellschaft - Hinführung zu sozialethischen Grundfragen Urzustand Schleier des Nichtwissens, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Autor selbst benennt im Hauptgedanken als Anspruch für seine Gerechtigkeitstheorie die bekannte Theorie des Gesellschaftsvertrags zu verallgemeinern und auf eine höhere Abstraktionsebene zu heben. Er stellt sein Werk dabei selbst in direkten Bezug zu den neuzeitlichen Vertragstheorien von Thomas Hobbes' Leviathan, John Lockes Abhandlungen über die Regierung, Jean-Jaques Rousseaus Gesellschaftsvertrag und Immanuel Kants Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. Diese wiederum greifen vielfach auf Platons Politeia und Aristoteles' Politik zurück. Sozialethik ist Strukturenethik: Sie beschäftigt sich demnach mit den sich Menschen gebenden Strukturen und Ordnungen von Institutionen und Normen. Hierzu prüft sie diese nach anthroposophischen Maßstäben und übt gegebenenfalls Kritik. Oberstes Prinzip ist hierbei der Mensch als Subjekt und Person. Sie erstreckt sich folglich über die gleichen Wirkungsbereiche wie Rawls' Gesellschaftstheorie. Gemeinsam stellen sie die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit auf. Diese setzt sich aus den Gerechtigkeitsgrundformen der iustitia commutativa (Vertrags-Gerechtigkeit), iustitia distributiva (Teilhabe-Gerechtigkeit) und iustitia legalis (Gesetzes-Gerechtigkeit) zusammen. Darauf bauen die Dimensionen von Besitzstands-, Leistungs-, Chancen-, Bedürfnis- und Zukunftsgerechtigkeit auf. John Rawls schuf 1971 mit A Theory of Justice gleichermaßen persönliches und philosophiegeschichtliches Hauptwerk. Auf durchaus utopisiernde Weise systematisiert er seine Idee einer gerechten 'Sozialethik', die sich u. a. aus zuvor veröffentlichten Einzelaufsätzen speist und er später mehrfach modifiziert und auch revidiert hat. Versucht man eine kritische Wertung der Rawls'schen Gerechtigkeitstheorie findet man als zentrale Beurteilungsbegriffe rasch 'Praxisbezug' und 'Praktizierbarkeit'. Grund dafür ist, dass eine soziale Ethik um nützlich zu sein unmittelbaren Bezug zu einer gesellschaftlichen Wirklichkeit haben muss. Desweiteren sieht Rawls seine Ideen deontologisch. Das bedeutet, dass, was theoretisch aufgestellt wird, auch in der Praxis so sein soll. Er bleibt dabei jedoch theorielastig und öffnet dem Einzelnen, der von der Theorie profitieren soll nur unzureichende Handlungsperspektiven. Verantwortung wird den Institutionen zugebilligt. Diese Verwischung von Theorie und Praxis lässt A Theory of Justice leicht zum grandiosen Fehlschlag werden.

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Theologie - Systematische Theologie, Note: zwei, Ludwig-Maximilians-Universität München (Katholisch-Theologische Fakultät / Lehrstuhl für Christliche Sozialethik), Veranstaltung: Solidarität in der modernen Gesellschaft - Hinführung zu sozialethischen Grundfragen Urzustand Schleier des Nichtwissens, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Autor selbst benennt im Hauptgedanken als Anspruch für seine Gerechtigkeitstheorie die bekannte Theorie des Gesellschaftsvertrags zu verallgemeinern und auf eine höhere Abstraktionsebene zu heben. Er stellt sein Werk dabei selbst in direkten Bezug zu den neuzeitlichen Vertragstheorien von Thomas Hobbes' Leviathan, John Lockes Abhandlungen über die Regierung, Jean-Jaques Rousseaus Gesellschaftsvertrag und Immanuel Kants Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. Diese wiederum greifen vielfach auf Platons Politeia und Aristoteles' Politik zurück. Sozialethik ist Strukturenethik: Sie beschäftigt sich demnach mit den sich Menschen gebenden Strukturen und Ordnungen von Institutionen und Normen. Hierzu prüft sie diese nach anthroposophischen Maßstäben und übt gegebenenfalls Kritik. Oberstes Prinzip ist hierbei der Mensch als Subjekt und Person. Sie erstreckt sich folglich über die gleichen Wirkungsbereiche wie Rawls' Gesellschaftstheorie. Gemeinsam stellen sie die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit auf. Diese setzt sich aus den Gerechtigkeitsgrundformen der iustitia commutativa (Vertrags-Gerechtigkeit), iustitia distributiva (Teilhabe-Gerechtigkeit) und iustitia legalis (Gesetzes-Gerechtigkeit) zusammen. Darauf bauen die Dimensionen von Besitzstands-, Leistungs-, Chancen-, Bedürfnis- und Zukunftsgerechtigkeit auf. John Rawls schuf 1971 mit A Theory of Justice gleichermaßen persönliches und philosophiegeschichtliches Hauptwerk. Auf durchaus utopisiernde Weise systematisiert er seine Idee einer gerechten 'Sozialethik', die sich u. a. aus zuvor veröffentlichten Einzelaufsätzen speist und er später mehrfach modifiziert und auch revidiert hat. Versucht man eine kritische Wertung der Rawls'schen Gerechtigkeitstheorie findet man als zentrale Beurteilungsbegriffe rasch 'Praxisbezug' und 'Praktizierbarkeit'. Grund dafür ist, dass eine soziale Ethik um nützlich zu sein unmittelbaren Bezug zu einer gesellschaftlichen Wirklichkeit haben muss. Desweiteren sieht Rawls seine Ideen deontologisch. Das bedeutet, dass, was theoretisch aufgestellt wird, auch in der Praxis so sein soll. Er bleibt dabei jedoch theorielastig und öffnet dem Einzelnen, der von der Theorie profitieren soll nur unzureichende Handlungsperspektiven. Verantwortung wird den Institutionen zugebilligt. Diese Verwischung von Theorie und Praxis lässt A Theory of Justice leicht zum grandiosen Fehlschlag werden.

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Social Media Marketing by Stefan Roßteuscher
Cover of the book C' est la vie - aber das Leben ist schön. Der Sündenfall - Genesis 3,1-24 by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Einstellungen und Einstellungsänderungen by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Sizilienbild und Gesellschaftskritik in Vitaliano Brancatis Roman 'Don Giovanni in Sicilia ' by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Aufklärung und Anarchismus im vormodernen China by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Hartz IV und das Arbeitslosengeld II. Eine Untersuchung nach John Rawls 'A Theory of Justice' by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Subjektive Theorien und Konzepte des Lernens by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Kompetenzentwicklung von Krankenpflegeschülern auf der Intensivstation - Probleme, Möglichkeiten, Notwendigkeiten by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Indexzertifikate im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Der Logos. Über den Grundgedanken Heraklits by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Organisatorische und individuelle Voraussetzungen der Partizipation in der Gruppenarbeit by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Wahrheit und ihre Konsequenz bei Platon und Nietzsche by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Zur Rolle der audiovisuellen Medien in Jean Echenoz' 'Les grandes blondes' by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Nutzung und Einführung von Key Performance Indicators. Analyse zweier mittelständischer Unternehmen (KMU) by Stefan Roßteuscher
Cover of the book Reflektiertes trinitarisches Denken by Stefan Roßteuscher
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy