Historische Studien zur Arbeitslosigkeit: Arbeitslosenforschung während der 'Großen Depression' - Die Warschau-Studie und die Marienthal-Studie

Die Warschau-Studie und die Marienthal-Studie

Nonfiction, Health & Well Being, Psychology, Occupational & Industrial Psychology
Cover of the book Historische Studien zur Arbeitslosigkeit: Arbeitslosenforschung während der 'Großen Depression' - Die Warschau-Studie und die Marienthal-Studie by Jan Böttger, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Jan Böttger ISBN: 9783638345774
Publisher: GRIN Verlag Publication: February 1, 2005
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Jan Böttger
ISBN: 9783638345774
Publisher: GRIN Verlag
Publication: February 1, 2005
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft, Note: 2,3, Friedrich-Schiller-Universität Jena (Institut für Psychologie), Veranstaltung: Arbeitslosigkeit, 15 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Arbeitslosigkeit gab es nicht immer, sie ist vielmehr ein 'Abfallprodukt' des ausklingenden Mittelalters. Im 16. Jahrhundert entstand die Erwerbs- und Lohnarbeit und wurde gegen Ende des Jahrhunderts zur determinierenden Kraft insofern, dass soziale Absicherung jenseits von ihr kaum noch möglich war. Zeitgleich mit der Entwicklung dieses neuen Arbeitssystems entstand eines der prägnantesten Probleme unserer Gesellschaft: die Arbeitslosigkeit. So schlimm dieser Zustand auch für die Betroffenen war (bzw. ist), erschwert wurde er im 17. Jahrhundert durch die soziale Stigmatisierung und Gleichsetzung mit Armut und Arbeitsscheu im Rahmen der protestantischen Ethik. Ein Stigma, das sich bedauerlicherweise bis heute in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat, wenngleich sich auch diese Sichtweise in der Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr als problematisch herausstellte, da es augenscheinlich viele 'Lohnarbeitswillige' gab, die aber wenn überhaupt nur zu konjunkturellen Stoßzeiten Anstellungen fanden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erkannte man dann endgültig das Problem der Erwerbslosigkeit, das nicht länger auf 'moralische Mängel' reduziert werden konnte, sondern seine Ursachen unabhängig von den Betroffenen aufwies. Es kam zu einer getrennten Erfassung von Erwerbslosen und Armen. Mit Erkennen des Problems der Erwerbslosigkeit entstand natürlich auch ein Interesse daran, dieses Problem eingehend zu erforschen, wenn auch festgestellt muss, dass dieses Interesse kein anhaltendes, sondern vielmehr eines der Krisen war. So befassten sich z.B. die Warschau- und die Marienthalstudie mit der Massenarbeitslosigkeit, die Folge der Weltwirtschaftskrise war. Darüber hinaus, um noch einige andere zu nennen, gab es eine historiographische Studie zur Arbeitslosigkeit im III. Reich, die Detroiter Studie (1958) in Form von Fragebögen zwei Jahre nach Schließung der Packardwerke und die Bredaer Protokolle (1972), die insofern etwas besonderes darstellten, als hier Befragungen kurz vor den angekündigten Entlassungen durchgeführt wurden und somit erforscht werden konnte, welche Erwartungen zu- künftige Arbeitslose mit der baldigen Arbeitslosigkeit verbanden und mit welchen Ängsten sie sich konfrontiert sahen.

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft, Note: 2,3, Friedrich-Schiller-Universität Jena (Institut für Psychologie), Veranstaltung: Arbeitslosigkeit, 15 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Arbeitslosigkeit gab es nicht immer, sie ist vielmehr ein 'Abfallprodukt' des ausklingenden Mittelalters. Im 16. Jahrhundert entstand die Erwerbs- und Lohnarbeit und wurde gegen Ende des Jahrhunderts zur determinierenden Kraft insofern, dass soziale Absicherung jenseits von ihr kaum noch möglich war. Zeitgleich mit der Entwicklung dieses neuen Arbeitssystems entstand eines der prägnantesten Probleme unserer Gesellschaft: die Arbeitslosigkeit. So schlimm dieser Zustand auch für die Betroffenen war (bzw. ist), erschwert wurde er im 17. Jahrhundert durch die soziale Stigmatisierung und Gleichsetzung mit Armut und Arbeitsscheu im Rahmen der protestantischen Ethik. Ein Stigma, das sich bedauerlicherweise bis heute in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat, wenngleich sich auch diese Sichtweise in der Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr als problematisch herausstellte, da es augenscheinlich viele 'Lohnarbeitswillige' gab, die aber wenn überhaupt nur zu konjunkturellen Stoßzeiten Anstellungen fanden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erkannte man dann endgültig das Problem der Erwerbslosigkeit, das nicht länger auf 'moralische Mängel' reduziert werden konnte, sondern seine Ursachen unabhängig von den Betroffenen aufwies. Es kam zu einer getrennten Erfassung von Erwerbslosen und Armen. Mit Erkennen des Problems der Erwerbslosigkeit entstand natürlich auch ein Interesse daran, dieses Problem eingehend zu erforschen, wenn auch festgestellt muss, dass dieses Interesse kein anhaltendes, sondern vielmehr eines der Krisen war. So befassten sich z.B. die Warschau- und die Marienthalstudie mit der Massenarbeitslosigkeit, die Folge der Weltwirtschaftskrise war. Darüber hinaus, um noch einige andere zu nennen, gab es eine historiographische Studie zur Arbeitslosigkeit im III. Reich, die Detroiter Studie (1958) in Form von Fragebögen zwei Jahre nach Schließung der Packardwerke und die Bredaer Protokolle (1972), die insofern etwas besonderes darstellten, als hier Befragungen kurz vor den angekündigten Entlassungen durchgeführt wurden und somit erforscht werden konnte, welche Erwartungen zu- künftige Arbeitslose mit der baldigen Arbeitslosigkeit verbanden und mit welchen Ängsten sie sich konfrontiert sahen.

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Chancen und Risiken von E-Procurement by Jan Böttger
Cover of the book Anmerkungen zu Richard Rortys liberaler Ironikerin by Jan Böttger
Cover of the book Prozesskostenrechnung - Instrument der Produktkostenbestimmung und Prozesssteuerung by Jan Böttger
Cover of the book Die Intention von Kants »Kritik der reinen Vernunft« und ihre moralphilosophische Bedeutung by Jan Böttger
Cover of the book Odin und die Menschenopfer in Sagas, Berichten und der Bibel by Jan Böttger
Cover of the book Zulässigkeit und Grenzen der Werbung mit Gütezeichen und Testergebnissen by Jan Böttger
Cover of the book Sterbehilfe - Ein Spannungsverhältnis zwischen Moral, Recht und Religion by Jan Böttger
Cover of the book Sonderpädagogische Ansprüche im Gemeinsamen Unterricht. Die Integration von Kindern mit geistiger Behinderung an allgemeinen Schulen by Jan Böttger
Cover of the book Der Einfluss des Individualisierungsprozesses auf die Solidarität der modernen Gesellschaft by Jan Böttger
Cover of the book Der Tod des Wilhelm Kasda in Schnitzlers 'Spiel im Morgengrauen' - zur Ambiguität eines Selbstmords by Jan Böttger
Cover of the book 9/11 als Medienereignis by Jan Böttger
Cover of the book Wahnvorstellungen bei Schizophrenen by Jan Böttger
Cover of the book Luft, Verbrennung/Vom Aufbau der Stoffe - Versuchsprotokoll by Jan Böttger
Cover of the book Aktuelle Zweisprachigkeit Polnisch - Deutsch by Jan Böttger
Cover of the book Die Geschichte der Anna Katharina Emmerick. Ein Leben in Jahren des Umbruchs by Jan Böttger
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy