Zensur in der Literatur - Ein kurzer Überblick mit Werkbeispielen aus der deutschen Literatur

Nonfiction, Social & Cultural Studies, Social Science, Cultural Studies, Popular Culture
Cover of the book Zensur in der Literatur - Ein kurzer Überblick mit Werkbeispielen aus der deutschen Literatur by Viktoria Kruse (geb. Bahle), GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Viktoria Kruse (geb. Bahle) ISBN: 9783638158138
Publisher: GRIN Verlag Publication: December 7, 2002
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Viktoria Kruse (geb. Bahle)
ISBN: 9783638158138
Publisher: GRIN Verlag
Publication: December 7, 2002
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2000 im Fachbereich Soziologie - Medien, Kunst, Musik, Note: 2, Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Institut für Soziologie), Veranstaltung: Hauptseminar: Zensur und Verbote in den populärkulturellen Medien Deutschlands, Sprache: Deutsch, Abstract: Zensur bzw. Indizierung von Büchern existiert seit den Anfängen der Literatur; von jeher wurden Bücher verboten, zensiert, verbrannt und die Autoren verfolgt. Indiziert wurden meistens Bücher aus den zwei folgenden großen Gruppen: 1. zeitkritische und 2. sexuell-freizügige Literatur. Nicht indiziert wurden jedoch Werke, welche die entsprechenden mächtigen Männer und die Auffassung von Staat, Religion und Moral der jeweiligen Epoche lobten (vgl. Buschmann 1997:116 / Schütz 1990:7). Heutzutage kann man natürlich nicht mehr davon ausgehen daß Anträge auf Indizierung aus solchen, wie oben genannten Gründen, abgelehnt werden. Vielmehr geht es in aktuelleren Fällen um den Zwiespalt zwischen der Kunstfreiheit und dem Jugendschutz. Dieser große Streitpunkt, wenn es um Zensur allgemein geht, der Begriff der Kunst, spielt in der Literaturzensur eine besonders große Rolle. Es gilt der Grundsatz 'Kunstschutz geht vor Jugendschutz', so daß ein Text, der als jugendgefährdend beurteilt wird, nicht indiziert werden kann wenn er die Tatbestandsmerkmale des Kunstbegriffes im Urteil des BVerfG erfüllt, also als Kunst angesehen wird. Will man ein Buch dennoch indizieren, so muß das Schriftwerk andere Rechtsgüter verletzen als 'nur' jugendgefährdend zu sein (vgl. Dankert 1988: 187). Wer aber übernimmt die Aufgabe zu entscheiden, ob es sich bei einem literarischen Werk um Kunst handelt oder nicht? Die Bundesprüfstelle (BPS). Kritiker bemängeln jedoch, daß die BPS willkürlich zusammen gesetzt sei und daß eine 'pluralistische und zugleich auch sozial-ethisch-pädagogische sowie auf künstlerischem Gebiet sachkundige Zusammensetzung' des 12-er Gremiums der BPS nicht gesichert sei (vgl. Dankert 1988: 189). Allerdings könnte man sich hier die Frage stellen, ob überhaupt irgend jemand ein künstlerisches Sachverständnis besitzt, das ihn befähigen könnte, zu entscheiden ob ein Buch als Kunst betrachtet werden kann oder nicht. Die Bücherzensur wird unterschieden in zwei Formen, in die der Präventivzensur und der Nachzensur. Die Präventivzensur wird seit Jahrhunderten als die übliche Form der Zensur angesehen, ein Buch wird vor der Veröffentlichung von einer bestimmten Behörde geprüft und dann ggf. zensiert bzw. indiziert. Die Nachzensur prüft ein Werk erst nach der Veröffentlichung. Das Buch kann dann eingezogen oder vernichtet werden.

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2000 im Fachbereich Soziologie - Medien, Kunst, Musik, Note: 2, Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Institut für Soziologie), Veranstaltung: Hauptseminar: Zensur und Verbote in den populärkulturellen Medien Deutschlands, Sprache: Deutsch, Abstract: Zensur bzw. Indizierung von Büchern existiert seit den Anfängen der Literatur; von jeher wurden Bücher verboten, zensiert, verbrannt und die Autoren verfolgt. Indiziert wurden meistens Bücher aus den zwei folgenden großen Gruppen: 1. zeitkritische und 2. sexuell-freizügige Literatur. Nicht indiziert wurden jedoch Werke, welche die entsprechenden mächtigen Männer und die Auffassung von Staat, Religion und Moral der jeweiligen Epoche lobten (vgl. Buschmann 1997:116 / Schütz 1990:7). Heutzutage kann man natürlich nicht mehr davon ausgehen daß Anträge auf Indizierung aus solchen, wie oben genannten Gründen, abgelehnt werden. Vielmehr geht es in aktuelleren Fällen um den Zwiespalt zwischen der Kunstfreiheit und dem Jugendschutz. Dieser große Streitpunkt, wenn es um Zensur allgemein geht, der Begriff der Kunst, spielt in der Literaturzensur eine besonders große Rolle. Es gilt der Grundsatz 'Kunstschutz geht vor Jugendschutz', so daß ein Text, der als jugendgefährdend beurteilt wird, nicht indiziert werden kann wenn er die Tatbestandsmerkmale des Kunstbegriffes im Urteil des BVerfG erfüllt, also als Kunst angesehen wird. Will man ein Buch dennoch indizieren, so muß das Schriftwerk andere Rechtsgüter verletzen als 'nur' jugendgefährdend zu sein (vgl. Dankert 1988: 187). Wer aber übernimmt die Aufgabe zu entscheiden, ob es sich bei einem literarischen Werk um Kunst handelt oder nicht? Die Bundesprüfstelle (BPS). Kritiker bemängeln jedoch, daß die BPS willkürlich zusammen gesetzt sei und daß eine 'pluralistische und zugleich auch sozial-ethisch-pädagogische sowie auf künstlerischem Gebiet sachkundige Zusammensetzung' des 12-er Gremiums der BPS nicht gesichert sei (vgl. Dankert 1988: 189). Allerdings könnte man sich hier die Frage stellen, ob überhaupt irgend jemand ein künstlerisches Sachverständnis besitzt, das ihn befähigen könnte, zu entscheiden ob ein Buch als Kunst betrachtet werden kann oder nicht. Die Bücherzensur wird unterschieden in zwei Formen, in die der Präventivzensur und der Nachzensur. Die Präventivzensur wird seit Jahrhunderten als die übliche Form der Zensur angesehen, ein Buch wird vor der Veröffentlichung von einer bestimmten Behörde geprüft und dann ggf. zensiert bzw. indiziert. Die Nachzensur prüft ein Werk erst nach der Veröffentlichung. Das Buch kann dann eingezogen oder vernichtet werden.

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Ökonomische Analyse von Energiespeichern unter besonderer Berücksichtigung eines untertägigen Pumpspeicherwerks by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Akzeptanz von Technik: Wie ist sie zu erfassen? by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Die Logik des kollektiven Handelns nach Mancur Olson by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Interkulturelle Trainings als Vorbereitung für den Auslandeinsatz von Expatriates by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Die Möglichkeit von irrationalen Urteilen und Handlungen. Davidsons Auffassung von Willensschwäche by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Projetkmanagement - Vorgehensweise bei Aufbau und Einführung der Prozesskostenrechnung by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Grundeinkommen und sozialer Frieden by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Der Einsatz filmischer Mittel zur Darstellung von gutem und bösem Reich im Film: Der Herr der Ringe - Die Gefährten by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Radikalisierung junger Muslime in Deutschland by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Inwiefern besitzt das Land Einfluss auf Personenkonzepte und Identität bei verschiedenen Kulturen Ozeaniens? by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Das alte Rom - eine demokratische Republik? by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book 3D high-content screening for the identification of compounds that target cells in dormant tumor spheroid regions by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Bewegung, Spiel und Sport mit asthmakranken Kindern by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Zur Depression im Jugendalter by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
Cover of the book Cicero und Pompeius - Ein Duumvirat aus Feder und Schwert by Viktoria Kruse (geb. Bahle)
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy